Dienstag, 12. Juni 2018

PWW-Tester Bericht - Traumschleifen

Felsenweg, Hochwaldpfad, Schluchtenpfad und Cloef-Pfad: Gerhard und Bettina berichten über ihre Wanderung.

In den letzten Jahren haben wir etliche Wandertouren durch verschiedene Mittelgebirge Deutschlands unternommen und auch schon Touren mit mehreren Teilnehmern geführt. Somit sind wir in der Lage, die Besonderheiten der Traumschleifen zu beurteilen. 

Neben den bekannten Weitwanderwegen Saar-Hunsrück Steig, Schinderhannespfad und Soonwaldsteig stehen insgesamt 111 (!) Rundwanderwege unterschiedlicher Länge zur Auswahl, so dass es schwer fällt, sich für den einen oder anderen Weg zu entscheiden. Hier helfen die vom Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig herausgegebenen Wegbeschreibungen, die nicht nur die Highlights der jeweiligen Tour beschreiben, sondern auch wichtige Informationen geben, welche Voraussetzungen für den Weg nötig sind (Kondition, Zeitangaben, Einkehrmöglichkeiten, Ausstattung, Wegbeschaffenheit, etc.).  Auch werden die Wege 14 verschiedenen Kategorien zugeordnet, so z. B. Kulinarik, Natur/Abenteuer, leicht/familiengeeignet,  Kultur, etc. Somit kann man die Auswahl passgenauer treffen.

Zuallererst fiel uns die erstklassige Beschilderung aller Wege auf. Diese ist einheitlich über Landes-, Gemeinde- und Forstamtsgrenzen hinweg vorhanden. Auch gibt es immer wieder Hinweisschilder, auf denen interessante Zusatzinformationen bezüglich Fauna, Flora, Geologie, Geschichte, etc. zu finden sind. Die Streckenführung ist sehr abwechslungsreich und die Fußpfade werden fast nie auf Forstwege und Straßen geführt, sondern verlaufen allenfalls parallel. Damit bleibt während der Wanderung das Gefühl erhalten in unberührter Natur unterwegs zu sein und sich nicht auf ausgetretenen Wald-Autobahnen zu bewegen. Stundenlang hört man nur Vogelgezwitscher, das Rauschen des Windes oder Wasser und die eigenen Schritte.  Die Waldstruktur wirkt ursprünglich und zeitweise fast wild. Es ist erstaunlich, wie häufig Rinnsale und Bäche die Pfade kreuzen. Auch die Vielzahl der sehr gepflegten Schutzhütten und Rastplätze ist bemerkenswert. Es ist offensichtlich, dass hier sehr engagierte Wegewarte am Werk sind.

Die Infrastruktur des Wandergebietes ist hervorragend  und das Konzept absolut durchdacht und stimmig. Trotz Feiertagen und Schulferien waren die Wanderwege sehr ruhig und absolut nicht überlaufen.

 

Vier Touren möchten wir hier kurz vorstellen:

1) Der Felsenweg (28)

Dem Einstieg durch eine Eingangspforte folgt ein wunderschöner Pfad, der abwechslungsreich an verschiedenen imposanten Felsformationen durch teils unberührten wirkenden Wald und später auch auf eine Hochebene führt. Fast am Ende des Rundweges bietet sich die Einkehr im Forellenhof an.

2) Hochwaldpfad (50)

Entgegen der Beschreibung im Wanderführer wird der Pfad mittlerweile entgegen gesetzt geführt, so dass das Herberloch, ein alter Steinbruch mit einem romantisch anmutenden kleinen Weiher, schon bald nach Beginn des Rundweges erreicht wird. Später führt der Pfad durch einen mystisch wirkenden Urwald, der wirklich alle Sinne anspricht und die Seele berührt. Eben noch im tiefen Dschungel hat man gegen Ende der Wanderung einen weiten Ausblick auf Weiskirchen und die umliegende Landschaft Richtung Süden. Als Abschluss bietet sich ein erfrischendes Bad in dem gegenüber dem Wanderparkplatz gelegenen Naturbad  an.

3) Schluchtenpfad (29)

Deutschlands Wanderweg des Jahres 2006 war der Schluchtenpfad. Er führt rund um Rissenthal zuerst durch einen sehr schönen Hohlweg und dann im Wechsel moderat ständig auf und ab. Auf der Hälfte  der Strecke wird der Weg kurzzeitig über die Dorfstraße von Rissenthal geführt. Hier wäre unserer Meinung nach eine andere Wegführung wünschenswert. Der Weg ist als schwer eingestuft. Dies ist im Hinblick auf das Teilstück nach der Kapelle auch durchaus berechtigt und sollte daher nicht unterschätzt werden. Vielleicht sollte das Ende des Weges als solches markiert werden. Hier kann es passieren, dass man möglicherweise durch ein Gespräch abgelenkt wieder den Hohlweg erneut durchläuft.

4) Cloef-Pfad (9)

Ein sehr schön angelegter naturnaher Pfad am Steilhang mit grandioser Aussicht auf die Saar und die Burgruine Montclair . Oberhalb des Aussichtspunktes Cloef befindet sich der Baumwipfelpfad Saarschleife mit Atrium. Der Blick auf die Saarschleife ist ein Muss für jeden Besucher!


Fazit: 

Die Region bietet wirklich alles, was das Wandererherz begehrt und zumindest mit den von uns getesteten Traumschleifen noch viel Entdeckungspotential bereithält. Für uns steht fest, dass wir wiederkommen werden. Schließlich gibt es für uns noch 107 weitere Traumschleifen zu entdecken.

  

 

Text und Fotos: Gerhard Biefang und Bettina Verlinden-Simic

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