Dienstag, 12. Juni 2018

PWW-Tester Bericht - Traufgänge

Edith und Frank testen die Traufgänge Schlossfelsenpfad und Wachholderhöhe in Albstadt.

Wir haben es geschafft: Mein Mann Frank und ich sind nicht nur echte Traufgänger sondern auch Bankier geworden! Wie das geht? Ab auf die Schwäbische Alb! Genug der Rätsel! Als Tester für die PremiumWanderWelten waren wir im Mai 2018 für drei Tage auf der Schwäbischen Alb. Komfortabel untergebracht mit unmittelbarem Einstieg in zwei Traufgänge waren wir im Hotel „Zum Süßen Grund“ in Albstadt-Ebingen.  Wie versprochen folgt hier unser Bericht.

 

Die Schwäbische Alb empfängt uns am Abend mit leichtem Nieselregen. Das sind keine guten Aussichten für den nächsten Tag. Ein „Care-Paket“ des örtlichen Tourismus-Büros begeistert uns aber sofort: wir sind mit Proviant für die nächsten Tage versorgt! Den Abend nutzen wir für die Planung der nächsten Tage: was wollen wir alles testen, wo wollen wir laufen, worauf wollen wir achten? Mit gut gefülltem Rucksack, Wanderkarte, Kompass,  Fernglas und einer gehörigen Portion Vorfreude ausgestattet soll es morgen losgehen!


Tag 1: Schlossfelsenpfad

An unserem ersten Wandertag begrüßt uns gleich morgens die Sonne! Wir freuen uns auf herrliche 15 km auf dem Schlossfelsenpfad. Kaum 200 m gegangen kreist einer der seltenen Greifvögel der, ein Rotmilan über uns. Wegen des Regens am Vorabend kreuzt so manche Weinbergschnecke unseren Weg. Alles grünt und blüht. Herrlich! In sanftem Anstieg erreichen wir eine Art Hochplateau, die Wachholderheide, rund um den 901 m hohen Siechenbühl.  Wir sind alleine hier oben und fühlen uns – wir haben es uns auf einem der Waldbetten gemütlich gemacht – wie im Film! So schön kann es doch in Wirklichkeit nicht sein. Noch einmal die Augen schließen und wieder öffnen: noch immer zeigt sich dasselbe Bild. Natur weit und breit und wir ganz alleine mittendrin.

Bevor uns die Sonne erreicht, folgen wir der ausgezeichneten Wegweisung. Es geht weiter durch die offene Landschaft der Wachholderheide, dann wieder durch dichten Wald – bei unserem heißen Wanderwetter eine optimale Wegführung! Wir haben uns glücklicherweise entschieden, die Tour ab Hotel gegen den Uhrzeigersinn zu laufen und so können wir uns unerwartet freuen, als wir mittags am Parkplatz Waldheim auf einen schönen Biergarten treffen. Wir stärken uns mit regionalen Speisen und Getränken und treten die nächste Etappe an, die uns nicht nur zum Wildgehege der Stadt führt sondern auch vorbei an einem Hochseilgarten. Wir können nicht widerstehen und testen zumindest die „Riesenschaukel“! Die Schaukel ist riesig und auch der Schaukler mit seinen stattlichen 2 m sorgt bei Passanten für ein Schmunzeln. Ein herrliches Vergnügen!

Kurze Zeit später erreichen wir den Schlossfelsenturm. Von hier hat man eine wunderbare Aussicht. Bei klarem Wetter sollen die Schweizer Alpen zu sehen sein, unser Wanderwetter ist aber zu sommerlich für eine klare Sicht. Dennoch genießen wir den Galerieblick von hier oben  und erkennen, was es mit dem Albtrauf auf sich hat: steil fällt der Hang hier ab! Auf sicherem Weg folgen wir der Beschilderung weiter, erreichen Mühlenfels und Galgenfels. Auch die Schleicherhütte mit ihrem grandiosen Ausblick haben wir für uns allein. Jeder Aussichtspunkt gewährt eine andere Perspektive auf die vielen Dörfer von Albstadt. Kurz vor Ende der Tour planen wir einen Kaffeestopp am Gasthof Fohlenweide. Der wird aber gerade renoviert. Etwas enttäuscht nehmen wir die letzten Kilometer der Tour unter die Füße. Am Parkplatz Roßberg treffen wir die Albstätter Familien: mit Kind und Kegel, Eimern, Schüppchen und Grillgut hat man sich aufgemacht zum Freizeitgelände hier oben. Wir genießen bei einer Trinkpause das muntere Treiben hier oben, um dann rundum zufrieden zu unserer Unterkunft zurück zu kehren. Nur zum Schluss sind wir offenbar unaufmerksam: wir verpassen den Wegweiser zu unserem Quartier. Egal: das Wetter ist noch schön und wir voller Eindrücke! Jetzt sind wir echte Traufgänger! 17.300 Schritte sind wir gegangen, mindestens 20 Bänke und 10 Waldbetten haben wir gesehen und mein Mann hat darauf bestanden, auch jede dieser Bänke und Betten – wenn auch  nur kurz – getestet! Bankiers eben! 


Tag 2: Wachholderhöhe

Der zweite Tag! Wir wollen die Wachholderhöhe mit ihrem 9,3 km in Angriff nehmen. Bis zum Einstieg in die Tour haben wir einige km Zuweg zu absolvieren. Das müssen wir einkalkulieren – vor allem auch für den Rückweg! Die Anreise mit dem Bus wäre auch möglich. Wir freuen uns aber schon auf die Stille der Wachholderheide in der Umgebung unserer Unterkunft, die wir ja am Vortag schon erleben durften. Das wollen wir uns nicht nehmen lassen. Wir freuen uns auf die vielen blühenden Blumen, den Duft von Heu und die Tierbeobachtungen. Das Wetter ist veränderlich angesagt und so starten wir zügig. Die heutige Tour ist stärker begangen, dennoch ist es auf der Heide ruhig. Wie bestellt, ist eine Herde Schafe als lebendige Naturschützer oben unterwegs, um die Heide zu pflegen. Diesen Anblick genießen wir ausgiebig, denn inzwischen hat es aufgeklart.  Die CVJM-Hütte, die einzige Möglichkeit, sich bei Gewitter ggfls. unterzustellen, können wir „links liegen lassen“. Gemütlich sieht sie aber aus. Wieder führt uns der Weg überwiegend durch Wald. Es geht – auch für uns „Flachlandtiroler“ gut zu bewältigen – in sanften Schwüngen herauf und herab.

Das Schützenhaus Tailfingen, das wir mittags anlaufen, ist entgegen unserer Erwartung leider nicht bewirtschaftet. Schade. Der Wanderweg ist aber in diesem Teil gerade neu hergerichtet worden: auf eine Auflage aus Holzspänen laufen wir wie auf Wolken! Wir genießen die zahlreichen Aussichtspunkte am Wegrand, die Kühle des Waldes und – immer wieder gerne –Ruhepausen auf einem der Waldbetten! Wir queren mehrfach die Mountainbike-Strecke, die jedoch heute nicht befahren wird. An anderen Tagen kann man sicherlich eine schöne Pause einlegen und die Biker und ihr Können beobachten.

Das geschäftige Tailfingen und Truchtelfingen sehen wir von oben am Tailfinger Schloß, am Leimen- und Meinetshaldenfelsen. Am Stichfelsen kreisen bei aufziehendem Gewitter Rotmilane und Turmfalken über uns: ein erhabener Anblick! Es bleibt – fast – trocken und so legen wir die nächste Etappe ausgeruht zurück. Am Schönhaldefelsen werden wir für die bisherigen Mühen des Tages belohnt und stärken wir uns im Biergarten der dortigen Hütte mit einer schwäbischen „Roten“ und bestem Rhabarberkuchen. Entlang der Hangkante des Albtraufs führt uns der Weg zurück über die Wachholderheide zu unserem Quartier, das uns mit einem guten Abendessen und einem frisch gezapften Bier schon erwartet. Die Quintessenz des Tages: mehr als 17000 Schritte, 300 Höhenmeter, 15 Bänke und Waldbetten, eine Lunge voller Sauerstoff und ein freier Kopf! Herz, was willst du mehr?

Am Tag drauf heißt es für uns Abschied nehmen mit dem festen Versprechen: wir kommen wieder!

  

 

Schatten