Freitag, 23. November 2018

PWW-Tester Bericht Teutoschleifen

Regina, Sonja und Barney testen 3 PremiumWanderWege der Teutoschleifen.

Auf zu den Teutoschleifen! 

Nach problemloser Anreise über die A1 und einem kurzen Stück Bundesstraße trafen wir bereits am frühen Vormittag um 11.00 Uhr am Ringhotel Teutoburger Wald in Brochterbeck ein. Das Hotel war für zwei Tage Ausgangspunkt unserer „Operation Teutoschleifen“. Wir, d.h. mein dreijähriger Australian Shepherd „Barney“, unsere gemeinsame Freundin Sonja, die ich für das Mitwandern gewinnen konnte und ich wurden sehr nett empfangen. Obwohl der Check-In erst ab 14.00 Uhr möglich war, können wir bereits direkt unser Zimmer beziehen. Fing also schon mal gut an! 

   

Die Fotos lassen vielleicht denken, dass wir im Herbst unterwegs waren. Tatsächlich war es aber Mitte August! Dies ist der diesjährigen extremen Trockenheit geschuldet, hat aber sowohl den Wanderungen an sich, als auch den Fotos -wie wir finden- keinen Abbruch getan. Und das auch, obwohl wir sogar genau an unseren drei Wandertagen (und nur an denen!) einen kleinen Wettereinbruch hatten. 


In Vorbereitung unserer Wandertour haben wir uns nach sehr freundlicher und kompetenter telefonischer Beratung durch die örtliche Tourist-Info in Tecklenburg entschieden, von den insgesamt sieben Teutoschleifen Folgende in den uns zur Verfügung stehenden zweieinhalb Tagen zu bewandern:

  1. Teutoschleife „Tecklenburger Bergpfad“, Länge 10,5 Km, 315 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad mittel, angegebene Wanderzeit 3,5 Stunden
  2. Teutoschleife „Canyon-Blick“, Länge 11 km, 356 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad mittel, angegebene Wanderzeit 3 Std. 45 Min.
  3. Teutoschleife „Heiliges Meer“, Länge 9 Km, Höhenmeter 70, Schwierigkeitsgrad leicht, angegebene Wanderzeit 2 Std. 15 Min

Nach kurzer Orientierung und Standortbestimmung mittels des uns freundlicherweise bereits im Vorfeld von den PremiumWanderWelten zugesandten Karten- und Infomaterials, starteten wir zum Auftakt direkt mit dem „Tecklenburger Bergpfad“. Nach kurzer Suche der Beschilderung auf dem Hotelparkplatz, konnten wir unmittelbar am Hotel mit der Wanderung starten.

Nun ging es mit dem „Tourenguide, Premiumwandern im Tecklenburger Land“ in der Hand auf die Strecke. Der Tourenguide ist bei der Tourist-Info in Tecklenburg (Tecklenburger Land Tourismus e.V., Markt 7, 49545 Tecklenburg, www.tecklenburger-land-tourismus.de) erhältlich und bietet einen guten Überblick über die einzelnen Teutoschleifen, deren Streckenverläufe und Highlights am Wegesrand und im Zweifelsfall zusammen mit der „Wanderkarte NRW, Südliches Tecklenburger Land, 1:25.000“ (ebenfalls erhältlich bei der Tourist-Info in Tecklenburg) ebenso eine recht gute Orientierungshilfe. Von Letzterem konnten/mussten wir uns aufgrund fehlender/beschädigter/nicht leicht auffindbarer Wegmarkierungen überzeugen, was uns leider insgesamt 3 Mal passiert ist.

 

Da der jeweilige Streckenverlauf an sich Bestens dem vorhandenen Infomaterial sowie der Webseite www.teutoschleifen.de zu entnehmen ist, verzichte ich an dieser Stelle gerne auf Wiederholungen der m.E. bereits optimalen Beschreibungen von PW und konzentriere mich auf die wesentliche Frage, nämlich:

Wie ist es denn nun so, das Wandern auf den Teutoschleifen?

Nun...: Als Viel- und Gerne-Wanderin habe ich u.a. auch schon diverse PremiumWanderWege wie die Traumpfade bei uns vor der Haustür und die Traumschleifen „abgearbeitet“ ;-) Das sind alles tolle, anspruchsvolle Wege in oft wirklich einzigartiger Landschaft z.B. an Rhein und Mosel mit spektakulären Ausblicken und 1A-kulturellen Highlights. Vergleichsweise hatten es daher die Teutoschleifen auf meiner ganz persönlichen Bewertungsskala erst einmal subjektiv von Vornherein etwas schwerer. Um Objektivität bemüht (schließlich sind wir ja diesmal nicht nur zu unserem eigenen Vergnügen hier;-)) ließen wir uns letztendlich aber vom ganz eigenen Reiz der „Nordlichter“ unter den PW-Gebieten einfangen. Und das war, wie gesagt, erst mal gar nicht so einfach:

Aufgrund der geografischen Lage liegt es bereits in der Natur der Sache, dass die Strecken eher flach verlaufen, nur wenige „wirkliche“ Auf- und Abstiege zu absolvieren und rein wandertechnisch anspruchsvollere Wegpassagen (zumindest auf den hier von uns getesteten Strecken) Fehlanzeige sind. Sportliches Wandern für geübte Wanderer ist daher eher nicht möglich. Dafür sind die Touren zu kurz und von den zu überwindenden Höhenmetern und dem Wegeausbau einfach zu „unaufregend“. 

Das spiegelt sich auch in den Angaben der PWW zu den Schwierigkeitsgraden der einzelnen Teutoschleifen wieder, die mit „mittel“ (4  von 7 Wegen) und „leicht“ (3 von 7 Wegen) – meines Erachtens realistisch eingestuft sind. Wer mag, kann übrigens zwei der Wege miteinander kombinieren, um mit dann insgesamt 17 Km „auf mehr Strecke“ zu kommen. Das finde ich eine schöne Idee für denjenigen, der eine wirklich tagfüllende Tour machen möchte. Ansonsten handelt es sich, erst einmal ganz subjektiv gemessen an meinen eigenen Ansprüchen, eher um Halbtagestouren. 

 

Je nach Anspruch und Zielgruppe liegt darin jedoch auch gerade der Reiz der Teutoschleifen: Das Wandergebiet ist mit dem PKW leicht, schnell und problemlos sowohl z.B. aus dem Ruhrgebiet als auch aus Norddeutschland gut zu erreichen. Somit lohnt sich von dort aus vielleicht auch einfach einmal ein schöner Tagesausflug.

Wirklich schön und hervorzuheben an den Teutoschleifen ist der Abwechslungsreichtum, mit dem die Strecken trotz ihrer vergleichsweise mäßigen Länge allesamt aufwarten können.

Langweilig ist es nie:

Tolle lichtdurchflutete Laubwälder, heideähnliche Landschaften, Naturschutzgebiete, Felsen, Gewässer, schöne Ortschaften, wie Tecklenburg  und Hopsten mit ihren gemütlichen historischen Ortskernen sowie einige weitere Highlights am Wegesrand (wie z.B. Waldlehrpfad mit Bäumen aus der ganzen Welt, nebst – Sonja hat es zusammen mit Mozart bewiesen - bespielbarem! - Waldklavier, die Schifffahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal ). In der näheren Umgebung gibt es ebenfalls einiges zu entdecken, wie z.B. das Kloster und Kunsthaus Gravenhorst oder das Bergbaumuseum in Ibbenbüren.  Insoweit kann es die Region durchaus mit anderen Wandergebieten auf Augenhöhe aufnehmen. 

 

Etwas irritiert hat uns, dass wir trotz Sommer- und Urlaubszeit und an sich recht vielen Touristen in den Ortschaften, im Hotel und in den gastronomischen Betrieben letztendlich nur wenige andere Wanderer auf den Teutoschleifen angetroffen haben.  Aber auch das lässt sich positiv bewerten, wenn man an die hohe saisonale Frequentierung andernorts denkt, die dann manchmal auch keinen Spaß mehr macht.

Fazit: 

Für den- oder diejenigen, die es konditionell gemütlich oder langsamer angehen lassen wollen oder müssen, für Familien mit Kindern oder für einfach mal „zwischendurch“ auch für den Wandererfahrenen finde ich die Teutoschleifen wirklich absolut empfehlenswert. Einfach mal entspannt die schöne abwechslungsreiche Landschaft genießen ohne große Herausforderungen an die körperliche Kondition. Auch bei schlechtem Wetter gibt es übrigens genügend Möglichkeiten, den Tag auch mal ohne Wandern interessant zu gestalten. Ein absolut weiterer Pluspunkt, von dem wir uns am zweiten Tag aufgrund plötzlich auftretenden und länger anhaltenden westfälischen Landregens (...von wegen Dürre!) überzeugen konnten. 

Einkehrmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden und es gibt schöne und urige Lokalitäten in teils historischen Gebäuden. Leider liegen diese nicht immer direkt auf der Wanderroute, sondern manchmal etwas abseits. Abgesehen davon empfiehlt es sich auch unbedingt, vor der Wanderung Ruhetage und Öffnungszeiten bzw. Küchenöffnungszeiten zu checken.  Wir waren montags  bis Mittwochs unterwegs und hatten an zwei von drei Tagen doch etwas Mühe, am späten Mittag/Nachmittag etwas Essbares zu bekommen. Verhungert sind wir aber natürlich trotzdem nicht ;-). Als wir jeweils fündig geworden sind, war die Qualität der Speisen ebenso wie das Preis-Leistungsverhältnis dafür durchweg wirklich sehr gut. Da wir diesbezüglich wirklich „von Haus aus“ etwas verwöhnt sind, gibt es auch hierfür von uns die volle Punktzahl.

 

Last but not least ist die freundliche und herzliche Art der Einheimischen, denen wir begegnet sind, hervorzuheben. Von den Mitarbeitern/-innen der Tourist-Information Tecklenburg, über die Bedienungen in den Gaststätten, über das Hotelpersonal, die Mitarbeiter des Naturschutzgebietes am „Heiligen Meer“ mit denen wir ins Gespräch kamen (als wir gerade nicht ganz „regelkonform“ im Begriff waren, mangels deutlich sichtbarem Wegweiser über den Zaun zu klettern) bis Hin zum Passanten, den wir im Dorf nach dem Weg fragen mussten: Alle waren sehr nett, kommunikativ und hilfsbereit. Sagt übrigens auch Barney, unser Begleiter auf vier Pfoten, der überall jederzeit willkommen war. Beides ja auch keine Selbstverständlichkeit mehr ;-).

 

 


All das hat mich trotz des für mich persönlich ein bisschen zu niedrigen konditionellen Anspruchs an das reine Wegeprofil final von den Teutoschleifen überzeugt. Wir sind neugierig auf die übrigen vier Wege, allen Voran auf die Dörenther Klippen mit ihrem hockenden Weib.  Wir kommen bald wieder – versprochen;-)!


Fotos und Text: Regina Lammert 

Schatten