Montag, 17. Juni 2019

PWW-Tester Bericht Oberstaufen

Tobias erkundet die PremiumWanderWege in Oberstaufen.

 

Der Start in ein spannendes Wochenende.

Meine Freundin und ich hatten das Glück über die Premiumwanderwelten ein aufregendes Wanderwochenende in der Region Oberstaufen erleben zu dürfen. Inklusive waren zwei Übernachtungen im romantischen Hotel Diana mit hauseigenem Pool und Whirlpool – die optimale Wellnessoase nach einer Wanderung. Bei unserer Anreise am Freitag den 08.06.2018 im Hotel Diana wurden wir herzlich begrüßt und in unser geräumiges Zimmer geführt. Das Zimmer hat unsere Erwartungen übertroffen und auch der Service im Hotel war sehr zuvorkommend. Der Wunsch meiner Freundin nach einem extra Kissen wurde sofort erfüllt und auch bei Fragen rund um die Region war stets ein Ansprechpartner erreichbar. Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, gingen wir in die Ortsmitte zur Touristeninformation. Hier erhielten wir ein Goodie-Bag inklusive Infomaterial zur Region. Enthalten waren viele nützliche Dinge für die Wanderungen. Darunter Magnesium, Capri-Sonnen und Snacks für zwischendurch. Daneben gab es detailliertes Kartenmaterial zur Region Oberstaufen und eine Broschüre der Premium-Wanderwege die wir testen sollten.


 

Ein halber Tag am "wilden Wasser"

Um den ersten Tag nicht nur mit der Ankunft und Organisation verstreichen zu lassen, beschließen wir noch direkt zur Tat zu schreiten. Kurz vor 15:00 Uhr fahren wir mit dem Auto über die B308 zur Unteren Hündle-Alpe. Eine Fahrt mit einer Bergbahn ist als Tourist in Oberstaufen (Oberstaufen Gästekarte vorausgesetzt) pro Tag gratis – das wollen wir noch nutzen. Mit der Hündle-Bahn geht es nach oben auf die Hündle-Bergstation. Bereits im Sessellift bekommen wir schon einige Regentropfen ab. Die Wolken verdichten sich oben auf der Alpe und auf Grund der verkürzten Wanderzeit sind wir gezwungen die empfohlene Tour ein wenig um zu gestalten. Anstatt die Wanderung über die Sonnhalde-Alpe zu den Buchenegger Wasserfällen und über den Hündlekopf zurück zur Sennalpe zu gehen, entscheiden wir die Wanderung rückwärts bis zu den Buchenegger Wasserfällen zu laufen und daraufhin umzukehren. Das erspart uns effektiv 5km an Strecke und verkürzt die eigentlich ausgeschriebene Wanderzeit von 4,5 Stunden. Dafür müssen wir zwei Mal den steilsten Teil der Wanderung laufen. Einmal bergab, einmal bergauf. 

Wir marschieren also in Richtung des Hündlekopfs und erfreuen uns während des lockeren Aufstiegs an dem ständigen Panoramaausblick. Gekrönt wird dieser direkt am Gipfelkreuz des Hündlekopfs. Wir nehmen uns einen kurzen Augenblick um diese Aussicht auszukosten und sind von der Dramatik der Wolken beeindruckt. 

 

Danach geht es stets bergab. Zunächst über einen Waldweg, danach über eine asphaltierte Straße bis zu einem Wegkreuz und einer Kuhweide. Über die Weide geht es zu einem kleinen Waldstück. Es wirkt märchenhaft. Wir genießen den Weg über das freiliegende Wurzelwerk und fühlen uns wie in einer Szene von "Der Herr der Ringe". Wir laufen weiter bis zu einer asphaltierten Straße. Hier laufen wir eine kurze Schleife und stehen kurz darauf im Freien. Die Wolken haben sich weiter verdichtet und es regnet stärker. Wir lassen uns nicht beirren und wollen unser Ziel, die Buchenegger Wasserfälle dennoch erreichen. Schließlich sind wir mit Regenjacken gewappnet. Über den geteerten Weg kommen wir letztendlich zu einem Parkplatz, der sich direkt vor dem Abstieg zu den Buchenegger Wasserfällen befindet.

Von hier an beginnt ein weiteres Waldstück, mit einem steilen Abstieg. Rutschfestes Schuhwerk und konzentriertes Absteigen ist hier erforderlich und so kommen wir etwas langsamer voran. Da wir den Premium-Wanderweg rückwärts angegangen sind, sehen wir vorzeitig nach unten auf unser Ziel: Zwei wunderschöne Wasserfälle und deren Gumpen. Dadurch motiviert wirkt der restliche Weg wesentlich leichter. Ein atemberaubender Anblick offenbart sich uns als wir unten ankommen. Das wir durchdrängt vom Regen sind, ist nebensächlich. Ein kleiner Regentanz hat noch niemanden geschadet.

Es ist schon relativ spät und so brechen wir wieder auf, um den vorherigen steilen Abstieg, jetzt aufwärts zu erklimmen. Die Dämmerung bricht herein, weswegen wir den Aufstieg zügig angehen. Uns ist zu Beginn der Wanderung klar gewesen, dass die Bergbahn bei der Rückkehr geschlossen sein wird. Beim Aufstieg begegnen wir einer jungen Familie. Wir sind nicht die letzten auf dem Wanderweg. Wir gehen den restlichen Aufstieg bis zum vorher passierten Parkplatz. Mittlerweile schüttet es. Auf dem Parkplatz steht nur noch eine A-Klasse. Die restlichen Autos sind bereits weggefahren. Im Schutz des Waldgebiets warten wir auf die junge Familie der wir zuvor begegnet sind. Sie nehmen uns mit zum Parkplatz der Hündlebahn. Hier endet unser erster Ausflug.

Was den Premiumwanderweg "Wildes Wasser" ausmacht

Der Premiumwanderweg bietet einen faszinierenden Mix aus allem. Das Highlight ist natürlich die Weißachschlucht mit den zwei Buchenegger Wasserfällen. Der untere Wasserfall ist durch eine Leiter zugänglich und lädt mit seiner Fallhöhe von 18m dazu ein, sich in seinen Bann ziehen zu lassen. Daneben gibt es viele Strecken von Panoramawegen. Naturliebhaber kommen bei den Pfaden durch das Naturwaldreservat Achrain auf ihre Kosten. Die unberührte Natur zeigt sich von ihrer schönsten, verwilderten Seite. Deswegen sprechen wir eine klare Empfehlung für Naturliebhaber und Familien aus, diesen Premiumwanderweg zu begehen.

 

Auftanken nach der Wanderung

 Zurück im Hotel wärmen wir uns kurz auf und machen uns frisch. Danach ziehen wir zu Fuß los, um Oberstaufen kennenzulernen. Wir streifen durch die gelblich beleuchteten Gassen auf der Suche nach einem Restaurant. Wir kehren im „Kuhstall“ ein. Der urige Name lässt nicht auf die Inneneinrichtung schließen. Modern dekoriert und schön gepflegt ist es hier. Wir bestellen uns ein Rindersteak mit einem vollmundigen Rotwein und einem Liter Wasser. Das Abendessen ist köstlich und die Atmosphäre im Kuhstall bringt uns eine wohltuende Ruhe. Zum Abschluss unseres ersten Tages gönnen wir unseren Muskeln im Hotel Diana ihre wohlverdiente Erholung im beheizten Whirlpool. 


 

Zweiter Tag

Wir starten den neuen Tag mit einem leckeren Frühstücksbuffet. Hier werden wir mit den frischesten, regionalen Produkten des Allgäus verwöhnt. Frische Eier der örtlichen Bauern, Wurstspezialitäten vom Metzger aus Oberstaufen und aromatische Heumilch-Käsesorten der hiesigen Sennerei. Hier wird Lokalität groß geschrieben. Wir stärken uns ausreichend, nehmen den letzten Schluck frisch gepressten Orangensaft und brechen auf zur Hochgratbahn. Heute ist der "Luftige Grat" auf unserer Agenda. 

 

Wir starten den neuen Tag mit einem leckeren Frühstücksbuffet. Hier werden wir mit den frischesten, regionalen Produkten des Allgäus verwöhnt. Frische Eier der örtlichen Bauern, Wurstspezialitäten vom Metzger aus Oberstaufen und aromatische Heumilch-Käsesorten der hiesigen Sennerei. Hier wird Lokalität groß geschrieben. Wir stärken uns ausreichend, nehmen den letzten Schluck frisch gepressten Orangensaft und brechen auf zur Hochgratbahn. Heute ist der "Luftige Grat" auf unserer Agenda. 

Dreifacher Gipfelstürmer beim "Luftigen Grat"

Mit dem Auto geht es durch Weissach und Steibis zur Hochgratbahn. Wir fahren auf 1708m Höhe zur Bergstation des Hochgrats. Direkt neben der Bergstation geht es hinauf zum Hochgrat der mit 1834 Metern der höchste Berg im westlichen Allgäu ist. Wir entscheiden uns gegen den zusätzlichen Aufstieg, da er entgegengesetzt unserer eigentlichen Route liegt. Stattdessen ist unser erstes Ziel der Seelekopf. Der Wanderweg führt kontinuierlich über einen Grat und bietet einen atemberaubenden Ausblick zu beiden Seiten. Trittsicherheit und körperliche Fitness wird für diese Wanderung empfohlen. Das können wir bestätigen.

Durch den Blick entlang des Grats erkennt man die Nagelfluhkette. Der Nagelfluh ist eine Gesteinsart, die an Mischbeton aus Kieselsteinen und Beton erinnert. Entstanden ist sie über Jahrhunderte und zeigt gleichzeitig Beständigkeit als auch Zerfall unserer Berge – beeindruckend. Während unserer Wanderung sehen wir auf der linken Seite die Alpen. Auf der rechten Seite eröffnet sich uns ein weiter Blick ins Tal. Wir haben unsere Kameras dabei und nutzen jede Gelegenheit die Vielzahl an schönen Landschaftsmotiven einzufangen. Aber nicht nur der Weitblick ist die Wanderung wert. Bunte Blumen zieren die Hänge und werden von Schmetterlingen umschwärmt. Schritt für Schritt überqueren wir den Grat, bis wir bei unserem ersten Zwischenziel, dem Seelekopf ankommen. Hier machen wir eine kurze Pause und bewundern die vielen Bienen auf dem Gipfel.

 

Danach geht es weiter in Richtung Hohenfluhalpkopf. Der Weg führt bergab und teilt sich in naturentstandene, begehbare Rinnsale auf. Keine Sorge, alle Wege führen wieder zusammen zum alleinigen Wanderweg. Der nächste Abschnitt ist abwechslungsreich durch Wiesen voller Pusteblumen, Waldabschnitten mit kühlenden Schatten und einer offenen Kuhweide. Eine hübsche Allgäuer Kuh zeigt sich und posiert für ein Foto. Über weite Strecken der Wanderung können wir die Kamera direkt in der Hand mitführen und so viele Schnappschüsse einfangen. Bei steilen Ab- oder Aufstiegen packen wir aber den Fotoapparat in den Rucksack um beide Hände frei zu haben. Wir passieren den Hohenfluhalpkopf und laufen weiter Richtung Rohnehöhe.

 

Der kontinuierliche Auf- und Abstieg zwischen den Gipfeln fordert die Ausdauer, ist aber mit genügend Zeit gut machbar. Immer wieder gibt es auf der Gratwanderung offene Bereiche, in denen wir erneut in das Tal oder zum Alpenpanorama blicken dürfen. Das Wetter ist sagenhaft und kein Vergleich zur gestrigen Wanderung. Es bäumen sich zwar auch Wolken an den Bergspitzen auf, am heutigen Tag sind es allerdings keine Regenwolken. Wir wandern stetig weiter und überqueren auch die Rohnehöhe. Uns fällt auf, dass die Gipfel gar nicht das Tollste an der Wanderung sind. Das wandern an sich, mit immer wieder neuen Eindrücken, ist das spannende am luftigen Grat.

Nach den drei Gipfeln, kehren wir dem Alpenpanorama den Rücken und wandern nordwestlich bergab in Richtung Tal. Auf dem Weg nach unten kommen wir an der Falkenhütte vorbei. Wir kehren hier noch nicht ein, sondern folgen dem Weg durch die offenen Grünflächen. Der Wanderpfad ist von weißen Blumen eingerahmt. Immer wieder ragt ein alter Ahornbaum am Weg in Richtung Himmel. Sie sind mit Moos bewachsen, besitzen ein verkorktes Astwerk und eine volle Baumkrone wie ein wahrer Baum des Lebens. Wir gehen den restlichen Weg abwärts bis wir an die Oberstiegalpe gelangen. Dort kehren wir ein und stärken uns. Danach geht es weiter bergab.

Mit vollgetankten Energiereserven gehen wir die restliche Strecke mit neugewonnener Leichtfüßigkeit. Der Hahnenfuss schmückt die hügelige Landschaft in einem goldgelben Kleid. Der Klang der Kuhglocken, das Rauschen eines weit entfernten Gebirgsbachs und das Zirpen der Insekten lassen uns in die Natur versinken. Dieses Gefühl nehmen wir mit nach Hause, als wir unten am Parkplatz der Hochgratbahn ankommen.

Wir fahren zurück nach Oberstaufen wo am heutigen Abend die Musiknacht die Gassen beschallt. Tickets für den abgesperrten Bereich haben wir nicht, stattdessen gehen wir in das Restaurant Roma und setzen uns nach draußen auf den Balkon, der sich zum Kirchplatz erstreckt. Wir hören die Live-Musik, essen beide eine Pizza mit Meeresfrüchten und genießen einen leichten Weißwein. Die Straßen in Oberstaufen sind voller als gestern. Die Musiknacht zieht zahlreiche Menschen aus der Umgebung und auch von weiter her. Die Nachspeise holen wir uns in einer Eisdiele. Wir schlendern gemütlich durch die Gassen und lassen einen eindrucksvollen Samstag langsam ausklingen.

 

Was den Premiumweg "Luftiger Grat" ausmacht

Der luftige Grat wird mit einer Wanderzeit von 4,5 Stunden ausgeschrieben. Das ist ein gutes Maß bei einem normalen Tempo. Wir haben mit unseren Pausen und insbesondere auf Grund der Kamera gut 7 Stunden benötigt. Wer also leidenschaftlich fotografiert, der darf gerne mehr Zeit einplanen. Die Landschaft, Natur- und Tierwelt bietet unglaublich viele Motive, die genutzt werden sollten. Der Wanderweg enthält außerdem gelegentliche Passagen eines Klettersteigs. Eine extra Ausrüstung für Klettersteige braucht man jedoch nicht. Festes Schuhwerk ist unserer Meinung ein Muss. Ein Wanderer ist uns zwar auch barfuß entgegen gekommen, dass ist allerdings keineswegs zu empfehlen. Stattdessen sollte man in Erwägung ziehen, leichte Wanderstöcke mit zu führen. Diese hätten unseren Knien beim Abstieg vom letzten Gipfel bis ins Tal eine echte Erleichterung geboten.

Servus und Auf Wiedersehen!

An unserem Abreisetag am Sonntag frühstücken wir das zweite und letzte Mal. Wir beschließen, dass wir keine anstrengende Wanderung heute mehr machen, stattdessen wollen wir die Umgebung rund um Oberstaufen genauer erkunden. Danach packen wir unsere Sachen zusammen, verabschieden uns vom Personal des Hotel Diana und machen uns auf den Weg. Auf unserer Heimfahrt, sehen wir uns die Scheidegger Wasserfälle an, welche vom Parkplatz gut zugänglich sind. Zwei Wasserfälle hintereinander, einer mit 22 Metern und ein anderer mit 18 Metern Fallhöhe. Danach fahren wir kurzerhand weiter nach Ravensburg und schauen uns die Stadt an. Wir laufen in die Fußgängerzone und sehen die Basilika St. Martin. Ein Radrennen findet hier gerade statt. Für uns beide ist das ein bisschen zu viel Trubel nach den beiden letzten, doch anstrengenden Tagen. In einem Lokal trinken wir etwas, reden über das erlebte Wochenende und stellen fest, dass die Premiumwanderwege eine der bestbeschilderten Wanderwege sind. Auf unseren beiden Touren, hatten wir nie das Gefühl die Orientierung zu verlieren. Unsere nächste Reise ins Westallgäu kann nicht lange auf sich warten. Wir freuen uns darauf, Oberstaufen wieder zu sehen und die restlichen Premiumwanderwege zu testen.

 

Vielen Dank an Premiumwanderwelten für dieses tolle Erlebniswochenende. Wir kommen wieder.

 

Schatten